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Peter Wachowski!

Spendenaufruf

Erneuter Spendenaufruf für Peter Wachowski in El Salvador

Liebe Freundinnen und Freunde,
wie Sie vielleicht wissen, wurde unser Bruder und Freund Peter Wachowski im letzten Jahr zu 30 Jahren Gefängnis verurteilt. Vorwurf: er hätte seine Lebenspartnerin ermordet. Indizien, die seine Unschuld eindeutig belegen, hatte die Richterin nicht gelten lassen. Für die Staatsanwaltschaft und die Richterin stand Peters Schuld von Anfang fest.

Zur Erinnerung:
Inzwischen ist das Urteil rechtskräftig. Die rechtlichen Mittel sind ausgeschöpft.

Wir alle wissen, wie katastrophal und unmenschlich die Umstände in den salvadorianischen Gefängnissen sind.

Fast zeitgleich mit Peters Verhaftung hatte Präsident Bukele 2022 den Ausnahmezustand ausgerufen. Das bedeutet unter anderem eine totale Kontaktsperre. Selbst Angehörige des ersten Grades – in unserem Fall sein Sohn Federico - haben keinen Zugang zu dem Verurteilten. Zwar können Gefängnisinsassen der Form nach anwaltlich vertreten werden, doch haben auch Anwälte keinen direkten Zugang zu ihren Mandanten. Die Gefangenen werden psychisch und physisch ausgehungert, einer Folter gleich, ihre Persönlichkeit soll gebrochen werden.

So funktioniert eine Diktatur.

Dabei ist Peter als deutscher Staatsbürger noch privilegiert, da er ca. alle zwei Monate von einem Vertreter der deutschen Botschaft besucht werden kann. Diese Besuche sind sehr wichtig, kann Peter doch so mit dem Notwendigsten (z. B. Hygieneartikel) versorgt werden.

Beim Auswärtigen Amt und bei der Botschaft bedanken wir uns ausdrücklich für die erteilte Unterstützung!

Peter hat sich zum derzeitigen Moment gegen eine Überstellung nach Deutschland entschieden. Er setzt darauf, dass sich die Interamerikanische Kommission für Menschenrechte (CIDHH) seines Falls annimmt. Peters Wunsch folgend, haben wir Kontakt mit einem in Mexiko lebenden, Menschenrechtsanwalt aufgenommen, der über gute Beziehungen zu der CIDHH verfügt.

Allerdings: Gemeinsam mit seinem Sohn Federico, der sich derzeit zu einem Praktikum in El Salvador aufhält, befürchten wir, dass Präsident Bukele den Einbezug der Kommission als Affront auffasst und gegen Vater und Sohn Repressalien ergreift. Also legten wir die CIDHH vorerst auf Eis, mindestens so lange, wie Sohn Federico sich in El Salvador aufhält.

Weshalb wir die Spendenaktion nochmals starten: wir brauchen das Geld dringend für das Honorar unserer Menschenrechtsanwältin wie auch für die Bezahlung der Versorgungspakete, die der Botschaftsvertreter bei seinen Haftbesuchen Peter übergibt.

Wir geben Peter nicht auf! Unterstützen Sie mit uns Peters Kampf um Recht und Gerechtigkeit!! Auch eine kleine Spende für Peters Versorgung hilft!

Und so bitten wir gerade jetzt vor Weihnachten um Eure/Ihre finanzielle Unterstützung:

Spendenkonto:

  • Empfänger: ded-freundeskreis e. V.
  • IBAN: DE02 6609 0800 0007 3308 80
  • Verwendungszweck: „Hilfe für Peter Wachowski“

In diesem Fall reicht für das Finanzamt der Überweisungsbeleg bis zu einer Höhe von 300 €.

  • Oder per Paypal: Erika.Barra@gmx.net (auch hier bitte den Verwendungszweck angeben).

    Das Geld wird an das Konto des ded-freundeskreis e. V. weitergeleitet, eine Spendenbescheinigung erfolgt.

    Im Namen von Peter, seiner Geschwister, seinen Freund:innen und dem Freundeskreis deutscher Entwicklungsdienste (ehem. DED-Freundeskreis) bedanken wir uns für die bereits erbrachte Spendenbereitschaft und anhaltende Solidarität.

Herzlichsten Dank!

Berlin, Herbst 2025



"Die letzten Informationen zum Fall unseres Freundes und Bruders Peter Wachowski.

Inzwischen ist das Urteil - 30 Jahre Haft - rechtskräftig.  Angesichts des insgesamt unrechtmäßigen Verfahrens und der inakzeptablen Haftbedingungen im Kontext des Ausnahmezustands setzen wir uns für eine Überlieferung nach Deutschland ein.

Vorteile, die Peter dadurch hätte, liegen auf der Hand: in Deutschland hätte er das Recht auf Besuch durch Anwalt, Angehörige und Freunde, was er in El Salvador nicht hat; die konkreten Haftbedingungen angefangen beim Essen und der Unterbringung sind in Deutschland unvergleichlich besser; Haftjahre in El Salvador würden bei der Haftdauer besonders berücksichtigt; ja, vielleicht wäre es denkbar, den Prozess neu aufzurollen, wurden doch in dem gesamten Verfahren rechtsstaatliche Prinzipien verletzt. So stand für die Staatsanwaltschaft von Beginn an fest, dass nur er als Täter in betracht käme. Usw. usf.

Nun aber ist etwas geschehen, womit wir nicht gerechnet hatten: Peter hat sich gegen eine Überlieferung nach Deutschland ausgesprochen.

Was Peter wirklich bewegt, auf die ganz offensichtliche Verbesserung seiner Lage durch die Überlieferung zu verzichten, wissen wir nicht. Zugang zu ihm haben nur (alle zwei Monate) Vertreter der deutschen Botschaft. Von diesen haben wir die Information. Vielleicht sieht er darin ein Schuldeingeständnis? Will er nicht besser gestellt sein als die anderen Mithäftlinge? Peter setzt auf die interamerikanische Menschenrechtskommission. Von ihr will er zu seinem Recht kommen.

Wir nehmen Peters Wunsch ernst, doch wissen Kenner, dass es eine ziemliche Illusion ist, auf die Menschenrechtskommission zu setzen. Es ist fraglich, ob sie Peters Fall überhaupt aufgreifen würde. Wenn ja könnte es Jahre dauern, bis sie zu einem Ergebnis käme. Es ist schließlich kein Geheimnis, dass Präsident Bukele nichts von der Kommission hält und sich jede Einmischung in landesinterne Angelegenheiten verbittet.

Seit der Verhaftung 2022, besonders ab Oktober 2023 versuchten wir Gott und die Welt zu mobilisieren. Bei all den vielen mit Peter solidarischen Menschen, beim AA, der Botschaft, ded-freundeskreis und vielen mehr bedanken wir uns!

War und ist Peter frei in seiner Meinungsbildung? Wer weiss, ob er nicht seine Meinung, was die Überlieferung angeht, in Kürze revidiert. Wir müssen es schaffen, dass er ein objektives Bild von seiner Lage erhält. Wir lassen uns nicht entmutigen.

PS Wie wir soeben erfahren, dürfen den Häftlingen nun auch keine Schriftstücke mehr übergeben werden. Das schließt nicht aus, dass der Botschaftsvertreter unsere Briefe Peter vorliest, ist trotzdem eine weitere Schikane dieses Unrechtssystems.

Ein Jahr nach seiner verfassungswidrigen Wiederwahl und seit drei Jahren Ausnahmezustand hat Präsident Bukele nach russischem und nicaraguanischem Vorbild im Mai 2025 ein Gesetz zur Kontrolle sog. „ausländischer Agenten“ (Agentengesetz) durchgesetzt. Eine objektive Berichterstattung, für die z. B. das Pressorgan El Faro stand, ist nicht mehr möglich. „Das Gesetz verlangt unter anderem 30 Prozent Steuer auf alle Überweisungen aus dem Ausland und weitere 30 Prozent auf Überweisungen an Dritte innerhalb des Landes… Gleichzeitig hat eine politische Verfolgungs- und Verhaftungswelle von Anwält*innen, Journalist*innen und Aktivist*innen begonnen, trotz internationaler Proteste“. Viele Journalistanen haben das Land verlassen, In: Heinrich Böll Stiftung, El Salvador: Neues Gesetz bedroht die Zivilgesellschaft , Beitrag von Mareike Bödefeld und Julia Scherf  vom 27. Juni 2025.

In dem Beitrag wird auch Bukeles Deals mit der Drogenmafia erwähnt. Bukele möchte von den USA die Auslieferung von salvadorianischen Drogenbossen, weil er fürchtet, dass diese vor US-Gerichten darüber berichten.


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